Presseschnipsel

Wenn die Unordnung groß ist, im Inneren, nicht im Außen, dann fegt dieses Buch wie ein Wirbelwind über uns und bringt alles an seinen Platz, schreibt Janis Voss in der aktuellen emotion über «Die Hüterin der verlorenen Dinge».  So entsteht ein wundervolles Großstadtmärchen über Erinnerungen, die eine Spur in unserem Leben hinterlassen, und über die Magie der kleinen Dinge, die uns glücklich machen. Ein Buch für alle, die Jonathan Safran Foers ‘Extrem laut und unglaublich nah’ geliebt haben.

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Die Hüterin als Buchtipp auf NDR 1

Nicole C. Vosselers Geschichte basiert auf einer tiefen Trauer über den Verlust der Mutter, und den  mutterlosen Töchtern hat sie ihr Buch gewidmet. Manchmal schwappt einem zwischen den Zeilen eine große Einsamkeit entgegen. Doch gerade das treibt das Lesen voran, denn hier geht es weniger um ein Happy End als um einen wirklich rettenden Hafen: das eigene Ich.
So das Fazit von Eveline Petzoldt gestern im Kulturspiegel von NDR 1. Die ganze Sendung gibt es zum Nachhören als Podcast (Buchtipp ab 00.26.09).

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Kirschblüten im Central Park

Der allererste Blick in meine Hüterin der verlorenen Dinge ist diese Woche online gegangen, z.B. auf der Seite von Weltbild. 

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Wolkengucken

«Eine Gummiente.»
Ivys Blick folgt Jacks Zeigefinger an den Himmel hinauf. Erst als sie sich neben ihm ausstreckt, schält sich eine Form aus den Wolken heraus.
«
Ein Hund», widerspricht sie. «Ein Boxer.»
«
Jetzt schon.»
Ein leises Lachen perlt zwischen ihnen auf und ebbt sanft wieder ab. (…)
Jetzt ist sie es, die den Finger hebt und eine langgezogen mäandernde Wolke nachzeichnet.
«
Schau. Ein Drache.»
Das Gras neben ihr raschelt. Wie ein leiser Windhauch ist es, als Jacks Kopf ihren streift, ein Kribbeln bis in ihren Bauch hinab.
«
Jetzt sehe ich ihn auch.»
In Zeitlupe windet sich der Drache über den Himmel, spreizt seine Klauen und schließt sie wieder; das Rauchfähnchen, das er dabei ausspeit, zerfasert allmählich und zergeht, genau wie der Drache selbst.
«
Ich bin neugierig, Ivy», hört sie Jack flüstern. «Ich würde gerne deine Fotos sehen. Deinen Blick auf New York. Irgendwann einmal. Wenn du willst.»
Während sich Stimmen und Schritte durch den Park nähern und wieder entfernen und die Wolken über sie hinweggleiten, muss Ivy daran denken, dass in jeder Sekunde, die sie hier liegt, Millionen ihrer Zellen absterben und sich gleichzeitig fast genauso viele wieder bilden und sich währenddessen die Erde dreißig Kilometer weiter um die Sonne gedreht hat, die ihrerseits um ihre eigene Achse rotiert.
Alles ist in Bewegung, verschiebt und verändert sich, subtil und fließend, und dieses eine Mal stemmt Ivy sich dem nicht entgegen.
Sie nickt.

Die Hüterin der verlorenen Dinge, Kapitel 14

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Geschichten vom Verlorengehen und Gefundenwerden

Die Hüterin der verlorenen Dinge: Das ist Ivy Silvergren, die den merkwürdigen, bizarren, besonderen Dingen, die sie auf den Straßen New Yorks aufliest, eine eigene Geschichte schenkt.
Drei dieser Geschichten und einen kleinen Einblick in die Arbeit am Roman gibt es jetzt auf der Amazon-Seite.

Die Hüterin der verlorenen Dinge auf Amazon

 

 

 

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Leserundenzeit

Im Bücherforum von Literaturschock gehen wir dieses Jahr gleich zwei Mal leserundend auf große Fahrt.

Ab 30. August zieht es uns mit der «Eisbaronin» von Russland über die Meere des Nordens nach Hamburg und in die Tropen:

Leserunde “Die Eisbaronin – Bis ans Ende der Welt” auf Literaturschock

Im Oktober oder November dann (der genaue Termin wird noch festgelegt) reisen wir mit der «Hüterin der verlorenen Dinge» durch den Osten der USA, auf den Spuren von Ivy Silvergrens verschwundener Mutter: 

Leserunde “Die Hüterin der verlorenen Dinge” auf Literaturschock

Mitreisende willkommen!

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Kirschblütenzeit

 

Ivys Blick fängt sich an dem Hügel aus Blüten, den Moe bereits zusammengekehrt hat.
„Schade um diese Pracht“, murmelt sie.
„Sie werden so oder so schnell braun. Und es kommen noch genug nach. Wie hast du letzten Frühling dazu gesagt? Etwas Japanisches.“
Hanami“, erwidert Ivy. „Sich an der vergänglichen Schönheit der Blüten erfreuen. Oder aware. Das Gefühl, wenn man weiß, dass ein besonderer Augenblick nicht von Dauer sein wird. Wie die allerersten Tage des Frühlings, bis man das Grünen und Blühen als selbstverständlich hinnimmt. Die letzten Tage des Sommers, wenn schon etwas vom Herbst zu ahnen ist.“
Wie Moe hebt sie die Augen zu dem Gewölbe aus blühenden Kirschzweigen über ihnen, ein ätherisches Gebilde aus Farbe und Duft.
„Ich habe mich immer gefragt, warum ausgerechnet das Japanische solche Worte kennt. Für die Poesie des Kleinen, Wunderbaren. Für das, was so schnell wieder vergeht. Warum sind diese Worte in anderen Sprachen so selten?“
Moe gibt ein scharfes Auflachen von sich, in dem sein gutmütiges Wesen durchklingt; bei ihm ein Ausdruck von Zustimmung oder Verwunderung, manchmal beides zugleich.
Mit andächtiger Miene nimmt er mit seinem Besen wieder den gleichmäßigen Rhythmus auf und verwirbelt Blütenfontänen wie Konfetti. Wann immer Sonnenstrahlen sein dunkles Gesicht streifen, schimmert es auf wie gealtertes Kupfer. 
Moe hält inne und stützt sich auf dem Ende des Besenstiels ab.
„Vielleicht ist das so, weil es den meisten Menschen leichter fällt, solche Dinge nur zu umschreiben. Wenn es kein Wort dafür gibt, ist es nicht Teil unserer Welt. Dann kann man vergessen, dass nichts ewig ist.“

  • Die Hüterin der verlorenen Dinge, Kapitel 1

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