Goldenes Feuerwerk: Forsythien

Bei uns blühen sie gerade überall: Forsythien, diese Feuerwerke in Gold, die sogar an grauen Tagen weithin leuchten. Manchmal auch Goldflieder oder Goldglöckchen genannt, ist die Forsythie nach William Forsyth (1737–1804) benannt, einem schottischen Botaniker und Gründungsmitglied der Royal Horticultural Society .

Der botanische Name Forsythia x intermedia verrät, dass es sich bei den Forsythien in unseren Gärten um eine Hybride handelt, eine Kreuzung von Forsythia suspensa und Forsythia viridissima – und letztere hat Robert Fortune in China entdeckt und mit nach Europa gebracht.

In der Floriographie, der Sprache der Blumen, bedeutet die Forsythie übrigens Vorfreude, passend zu einer der ersten Frühlingsblüten.

Und umso passender, dass es nur noch knapp sechs Wochen sind, bis mein «Botaniker» in die Welt hinauszieht …

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Staunenswerte Buch-Kunst

Bücher sind mehr als nur Papier. Eine Manifestation von Gedanken und Gefühlen sind sie, von Wissen; sie vermitteln bedeutungsvollen Inhalt und haben selbst eine Bedeutung.

Für manche Menschen sind Bücher geheilige Objekte, die abgesehen vom Lesen besser unberührt bleiben. Ich selbst gehe damit pragmatischer um: es ist seine Bedeutung, die ein Buch zu etwas Kostbarem macht. Ohne diese Bedeutung ist es tatsächlich nur Papier, Druckerschwärze und Pappe – aber selbstverständlich ist die Definition von Bedeutsamkeit etwas höchst Individuelles und genauso individuell diskutierbar.

Ich liebe Kunst aus Papier und besonders Kunst aus und mit Büchern, und ich bin hellauf begeistert, von der Buch-Kunst von Brian Dettmer.

Gallery: New art carved from old books

To create new art, sculptor Brian Dettmer cuts up old books. See a gallery of his intricate, breathtaking creations.

Quelle: ideas.ted.com/gallery-books-as-youve-never-seen-them-before/

 

Nicht nur die künstlerische Arbeit als solche ist staunenswert; ich kann auch viel mit den Gedanken dahinter anfangen. Mir gefällt die Idee, das physische Objekt an sich zu dekonstruieren. Seine Schönheit buchstäblich herauszuarbeiten, indem es eine neue Form erhält. Dass dadurch die Aufmerksamkeit auf Details gelenkt wird, die ursprünglich in der Fülle all dieser Seiten untergegangen sind und nun erst in diesem neuen Rahmen sichtbar werden. Dass dem Buch und seinem Innenleben dadurch eine neue Bedeutung zuteilwerden– besonders in Zeiten wie diesen, in denen die Art und Weise, wie wir denken und lernen, sich wandelt.

Alte Bücher als neue Kunstwerke

Was macht man mit alten Lexika im digitalen Zeitalter? Der Künstler Brian Dettmer macht mit X-Acto-Messern und einem scharfen Blick für neue Zusammenstellungen daraus überraschende, schöne Skulpturen und verleiht alten Büchern so ein neues Leben.

Quelle: www.ted.com/talks/brian_dettmer_old_books_reborn_as_intricate_art?language=de

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Pastellfarben und ein Monarchfalter

Die letzten Wochen waren anstrengend: die Arbeit am neuen Roman, bergeweise Papierkram und E-Mails und jede Menge kleine und große Herausforderungen des Alltags. Unterm Strich zu viel Arbeit, zu wenig Zeit für mich.
Also habe ich mir heute den Nachmittag einfach mal frei genommen und bin mit der Kamera auf die Mainau hinausgefahren, um durchzuatmen und den Kopf frei zu bekommen, ein bisschen Sonne zu tanken (trotz Wolken und einem Hauch von Nebel) und mich an den ersten Frühlingsblüten zu freuen.


Dieser Nachmittag heute war wie ein Mini-Urlaub; ich bin mit neuer Energie und kreativen Impulsen wieder nach Hause gekommen. Wie immer, wenn ich draußen bin, mit meiner Kamera Bilder und Stimmungen einfange.

Und im Schmetterlingshaus bin ich sogar einem Monarchfalter begegnet, der mit mir Verstecken gespielt hat – der Schmetterling, der seit «Mariposa – Bis der Sommer kommt» eine besondere Bedeutung für mich hat.
Habt ein wunderbares Wochenende!

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Himmelsdrachen

Von Zeit zu Zeit hege ich die eine oder andere kleine Obsession, die fast immer mit einem neuen Roman von mir zu tun hat.
Im Augenblick bin ich davon besessen, den Himmel nach Wolken abzusuchen, die einem Drachen ähneln. Und immer wieder habe ich dabei Glück – so wie Freitagabend am Seerhein.

Himmelsdrache

Viele Kulturen der Welt kennen den Drachen als mythologisches Wesen. In Europa ist der Drache fast immer ein furchterregendes, feuerspeiendes Ungeheuer.
Selten werden Drachen in unserem Kulturraum so niedlich dargestellt wie Grisu, der kleine Drache, der einfach kein Feuer spucken will, sondern davon träumt, Feuerwehrmann zu werden; als Kind habe ich die Serie geliebt. Weitaus häufiger gleichen sie Katla in Astrid Lindgrens «Die Brüder Löwenherz», die mir früher furchtbare Angst machte und monatelange Alpträume bescherte.
Und trotzdem liebe ich die Drachen von Daenerys Targaryen; ich warte sehnsüchtig auf den nächsten Band vom «Lied von Eis und Feuer» und zähle schon die Wochen bis zur 7. Staffel «Game of Thrones».

Einen weitaus größeren Bezug hatte ich jedoch immer zu den Drachen der chinesischen Mythologie: das Symbol des Kaisers und der Macht. Die Gottheit des Regens, die Harmonie und Wohlstand bringt; Herrscher über das Wetter, über Wasserfälle, Flüsse und Meere – ein Geschöpf des Himmels, der Luft und des Wassers.
Ein Glücksbringer.

Chinesische Handelskammer, Singapur

Während der Arbeit am «Botaniker» grub ich dann das kleine historische Detail aus, dass der Drache ursprünglich weiblich gewesen war. Genauso wie das Wasser in Flüssen und Seen und im Meer, genauso wie der Regen.

Bis ein Kaiser von China den Drachen und alles, was mit ihm zu tun hat, einfach männlich machte, damit er zu den Mythen passte, die er um sich selbst spann.

Eine historische Überlieferung, die so gut zu Lian, meiner schwertkämpfenden Heldin passte, dass ich ihr an einer Stelle des Romans diesen Gedanken mitgab.

Drachen und Meereswellen, Porzellan. Qing-Dynastie, Qianlong-Periode (1736-1795). Metropolitan Museum of Art, New York

Der Himmelsdrache am Freitag hat sich wirklich als Herrscher über das Wetter gezeigt, als Geschöpf der Luft und des Wassers, uns Wind und Regen gebracht.

Und wenn ihr das nächste Mal Wolken am Himmel seht, findet ihr darin vielleicht auch einen Drachen. Dieses Symbol männlicher Macht, das einmal weiblich gewesen war.
Diesen himmlischen Glücksbringer.

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