Funke(l)nde Magie

Als ich diesen Winterzauber heute Morgen entdeckte, kam mir der Gedanke, wie sehr ein Spinnennetz der Arbeit an einem Roman ähnelt.

Zuerst ist da eine Vorstellung, eine Vision; eine Silhouette, eine Struktur. Dann werden die Fäden gesponnen – erst für das Grundgerüst, danach in den Räumen dazwischen miteinander verwoben.

Ein Prozess, der oft langwierig und mühsam ist, gerade am Anfang. Manchmal schleichen sich Webfehler ein; einzelne Stellen müssen aufgedröselt und neu gewebt werden. Löcher tun sich unvermutet auf und müssen gestopft werden.

Einige Zeit lang sind Fortschritte so hauchfein wie Spinnenseide und fast genauso unsichtbar.

Doch dann gibt es diese Momente, in denen das Gewebe plötzlich aufglänzt und funkelt, plötzlich in seiner ganzen Gestalt sichtbar wird. Die Momente nämlich, in denen man spürt, dass der Text atmet und vibriert, Funken sprüht und ganz und gar lebendig ist, in vollkommener Unabhängigkeit von mir selbst.

Die reinste Magie, jedes Mal aufs Neue.

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