Leserundenzeit

Im Bücherforum von Literaturschock gehen wir dieses Jahr gleich zwei Mal leserundend auf große Fahrt.

Ab 30. August zieht es uns mit der «Eisbaronin» von Russland über die Meere des Nordens nach Hamburg und in die Tropen:

Leserunde “Die Eisbaronin – Bis ans Ende der Welt” auf Literaturschock

Im Oktober oder November dann (der genaue Termin wird noch festgelegt) reisen wir mit der «Hüterin der verlorenen Dinge» durch den Osten der USA, auf den Spuren von Ivy Silvergrens verschwundener Mutter: 

Leserunde “Die Hüterin der verlorenen Dinge” auf Literaturschock

Mitreisende willkommen!

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Zurück aus Hamburg

Wieder zu Hause. Blasen an den Füßen, nachdem ich kilometerweit in den Schuhen meiner Romancharaktere gegangen bin, Kopf und Herz voll von frischen Eindrücken, Bildern und Gedanken. Mit Recherchematerial, etwas Nostalgie, meinem Lieblingskaffee und diesem schönen tibetischen Kerl, der über das neue Manuskript und neue Ideen wachen soll.

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Kirschblütenzeit

 

Ivys Blick fängt sich an dem Hügel aus Blüten, den Moe bereits zusammengekehrt hat.
„Schade um diese Pracht“, murmelt sie.
„Sie werden so oder so schnell braun. Und es kommen noch genug nach. Wie hast du letzten Frühling dazu gesagt? Etwas Japanisches.“
Hanami“, erwidert Ivy. „Sich an der vergänglichen Schönheit der Blüten erfreuen. Oder aware. Das Gefühl, wenn man weiß, dass ein besonderer Augenblick nicht von Dauer sein wird. Wie die allerersten Tage des Frühlings, bis man das Grünen und Blühen als selbstverständlich hinnimmt. Die letzten Tage des Sommers, wenn schon etwas vom Herbst zu ahnen ist.“
Wie Moe hebt sie die Augen zu dem Gewölbe aus blühenden Kirschzweigen über ihnen, ein ätherisches Gebilde aus Farbe und Duft.
„Ich habe mich immer gefragt, warum ausgerechnet das Japanische solche Worte kennt. Für die Poesie des Kleinen, Wunderbaren. Für das, was so schnell wieder vergeht. Warum sind diese Worte in anderen Sprachen so selten?“
Moe gibt ein scharfes Auflachen von sich, in dem sein gutmütiges Wesen durchklingt; bei ihm ein Ausdruck von Zustimmung oder Verwunderung, manchmal beides zugleich.
Mit andächtiger Miene nimmt er mit seinem Besen wieder den gleichmäßigen Rhythmus auf und verwirbelt Blütenfontänen wie Konfetti. Wann immer Sonnenstrahlen sein dunkles Gesicht streifen, schimmert es auf wie gealtertes Kupfer. 
Moe hält inne und stützt sich auf dem Ende des Besenstiels ab.
„Vielleicht ist das so, weil es den meisten Menschen leichter fällt, solche Dinge nur zu umschreiben. Wenn es kein Wort dafür gibt, ist es nicht Teil unserer Welt. Dann kann man vergessen, dass nichts ewig ist.“

  • Die Hüterin der verlorenen Dinge, Kapitel 1

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Heute vor einem Jahr

Heute war ein sonniger und warmer Tag, voller Schmetterlinge und Bienen. Kaum zu glauben, aber vor genau einem Jahr war es so kalt, dass sogar Eis im Hafen von Konstanz trieb (was nur selten einmal vorkommt).
Damals brütete ich gerade über Katya, die im Eis lesen kann, und ihren Bruder Grischa, der ein Gespür für Wind und Wetter hat. Und mit ihren besonderen Gaben ziehen sie von Russland hinaus in die Welt des 19. Jahrhunderts, um ihr Glück zu machen.
Ein Jahr später, während der Frühling hier mit jedem Tag mehr Einzug hält, wird aus dem Exposé, das ich an jenen bitterkalten Tagen schrieb, gerade der erste Band ihrer Saga.

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Sneak peek 2019

Einen allerersten Vorgeschmack auf das Buchjahr 2019 gibt es jetzt schon auf der Website von Goldmann.

Die Eisbaronin

Die Eisbaronin

Russland 1822. Katya kann im Eis lesen. Farbe und Klang verraten ihr, wie es beschaffen ist – eine besondere Gabe, die sie mit ihrem Bruder Grischa verbindet. Beide haben große Träume …

Quelle: www.randomhouse.de/Taschenbuch/Die-Eisbaronin/Nicole-C-Vosseler/Goldmann-TB/e486281.rhd

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