Heute vor einem Jahr

Heute war ein sonniger und warmer Tag, voller Schmetterlinge und Bienen. Kaum zu glauben, aber vor genau einem Jahr war es so kalt, dass sogar Eis im Hafen von Konstanz trieb (was nur selten einmal vorkommt).
Damals brütete ich gerade über Katya, die im Eis lesen kann, und ihren Bruder Grischa, der ein Gespür für Wind und Wetter hat. Und mit ihren besonderen Gaben ziehen sie von Russland hinaus in die Welt des 19. Jahrhunderts, um ihr Glück zu machen.
Ein Jahr später, während der Frühling hier mit jedem Tag mehr Einzug hält, wird aus dem Exposé, das ich an jenen bitterkalten Tagen schrieb, gerade der erste Band ihrer Saga.

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Sneak peek 2019

Einen allerersten Vorgeschmack auf das Buchjahr 2019 gibt es jetzt schon auf der Website von Goldmann.

Die Eisbaronin

Die Eisbaronin

Russland 1822. Katya kann im Eis lesen. Farbe und Klang verraten ihr, wie es beschaffen ist – eine besondere Gabe, die sie mit ihrem Bruder Grischa verbindet. Beide haben große Träume …

Quelle: www.randomhouse.de/Taschenbuch/Die-Eisbaronin/Nicole-C-Vosseler/Goldmann-TB/e486281.rhd

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Auf großer Fahrt

Heute vor 250 Jahren brach James Cook mit der Endeavour zu seiner ersten Weltumsegelung auf. Eine Entdeckungsreise, die botanische, astronomische, medizinische und nicht zuletzt geografische Erkenntnisse bringen sollte, Geschichte schrieb und die Welt veränderte. Ein Abenteuer, das mich seit meiner Teenagerzeit faszinierte, bevor ich mit 23 das Manuskript begann, aus dem einige Jahre später schließlich mein Debütroman «Südwinde» wurde.

Nathaniel Dance: Captain James Cook (1728-1779) via Wikimedia Commons

Genauso lange träumte ich davon, einmal den Ort zu besuchen, an dem Captain Cook 1779 auf Hawaii starb. Ein Traum, den ich mir vor vier Jahren erfüllte, als ich in der Kealakekua Bay zu dem Monument schwamm, das heute an seinen gewaltsamen Tod dort erinnert.

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Doppelpack

Es ist immer ein Glücksmoment, wenn die Übersetzungen meiner Romane in der Post sind. Besonders, wenn gleich zwei davon in einer Woche ankommen: «Jenseits des Nils» auf Rumänisch und «Zeit der wilden Orchideen» auf Russisch.
(Letzteres übrigens mit der Altersempfehlung 18plus. Das lässt mich jetzt ehrlich rot werden.)

 

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Happy Birthday, Robert Browning

Heute vor 206 Jahren geboren: Robert Browning.

Sein Gedicht „My Last Duchess“ war eine Inspiration für meine „Farben der Erinnerung“; es ist einer der Eckpfeiler des Romans und eine Spur, die Gemma und Sisley auf ihrer Reise verfolgen.

Robert Browning war mir lange zuvor schon ein Begriff gewesen – als eine Hälfte des legendären Dichterpaares, das er mit seiner Frau Elizabeth Barrett bildete. Eine Ikone romantischer Liebe, fast zu dramatisch, zu überwältigend, um wahr zu sein.

Die verschränkten Hände von Elizabeth Barrett und Robert Browning
Skulptur von Harriet Goodhue Hosmer
via The Metropolitan Museum of Art (Public Domain, licensed under CC0 1.0 Universal)

Ein Mythos, an dem ich mich rieb und der es mir sehr lange sehr schwer machte, mich ihnen zu nähern. Vor allem Elizabeth, die ich als Person schwierig fand, ihre Gedicht hingegen zugänglich, aber für meinen Geschmack zu schwelgerisch. Brownings Gedichte wiederum fand ich interessant, aber oft sperrig und manchmal verstiegen.

Für den Roman hatte ich mir in den Kopf gesetzt, eine deutsche Version von „My Last Duchess“ passagenweise den Kapitelns aus Lucrezias Sicht voranzustellen – und musste zu meiner Überraschung feststellen, dass es keine offizielle deutsche Übersetzung gibt.
Ich fand überhaupt keine Übersetzung – und sobald ich mich daran machte, Brownings Verse ins Deutsche zu übertragen, begann ich zu ahnen, warum.

Die Zeilen sind derart komplex aufeinander geschichtet, derart filigran kombiniert, dass ein adäquates Übertragen in das Deutsche praktisch unmöglich ist. Versucht habe ich es trotzdem – und darüber Brownings Stil zu schätzen gelernt.
Seine Poesie ist eine, auf die man sich einlassen muss und die gerade dann ihre ganze Schönheit, ihre ganze Tragweite entfaltet, wenn man sie Zeile für Zeile auf sich wirken lässt.
Kleine Juwelen, voller Weisheit und Inspiration.

Seine Arbeit war es auch, die mir den Zugang zu ihm ermöglichte. Seine Erfahrungen mit Erfolg und Scheitern, seine Träume und Alltagswirklichkeit, seine Gedanken und Gefühle zum Schreiben ähnelten sich meinen und deckten sich manchmal sogar. Und zu meiner Überraschung erkannte ich mich auch in diesen Gedanken und Erlebnissen Elizabeths wieder – und das war der Punkt, an denen der Mythos für mich schließlich schmolz und die Menschen dahinter hervortraten. Und über diese Menschen, mit ihren Schwächen und Träumen und Ängsten, begann ich dann zu schreiben.

Gemma hätte auch bequem von zu Hause aus die digitalen Versionen dieser Briefe einsehen können. Aber hier ist es, als ob seine Stimme durch den Raum vibriert, während Gemma in den Originalen liest.
Die Stimme des alten Mannes auf den letzten Fotografien, weißbärtig und rundlich wie Santa Claus. Klarer noch als die Version, die Gemma als Audiodatei im Internet gefunden hat, 1889, nur acht Monate vor dem Tod des längst berühmten Dichters, von Edisons Phonographen aufgezeichnet. Flach und verrauscht klingt sie da, brüchig wie Tonaufnahmen aus dem Zweiten Weltkrieg, und gerade dadurch seltsam nahe. Als ob das viktorianische Zeitalter, so fern, so vergangen, überraschend an die Tür zur Gegenwart klopft.

Nachzuhören ist diese Aufnahme auf der Seite der Paris Review:

The Sound of a Voice That Is Still

The Sound of a Voice That Is Still

Listen to a recording Browning reciting “How They Brought the Good News from Ghent to Aix.”

Quelle: www.theparisreview.org/blog/2015/05/07/the-sound-of-a-voice-that-is-still/

 

 

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Die Kraft der Imagination und die Magie des geschriebenen Worts

«Für mich ist Inspiration ein fortwährender Prozess, der aktiv und passiv zugleich ist. Am besten lässt es sich wohl mit dem Sammeln von Strandgut vergleichen: man muss schon regelmäßig am Strand sein und die Augen offen halten, damit man die dort angespülten Kostbarkeiten auch findet und von ihnen gefunden werden kann. Und wenn nicht für den Roman, an dem man gerade schreibt, dann vielleicht für den nächsten oder den darauf.»

Über die Herausforderungen und kreative Blockaden, das weite Feld der Inspiration und den Zauber mancher Schreibmomente: das Interview auf Herzenszeilen.

Die Farbe der Erinnerung: Autorin Nicole Vosseler im Gespräch

Die Farbe der Erinnerung: Autorin Nicole Vosseler im Gespräch

Das gegenwärtige New York, das berühmte Dichterpaar Elizabeth Barrett-Browning und Robert Browning und ein Gemälde aus dem 16. Jahrhundert: Der Roman DIE FARBEN DER ERINNERUNG hat drei Handlungsebenen, drei ganz unterschiedliche Zeiten -€“ und doch steht natürlich alles miteinander in Verbindung. Wir haben der Autorin Nicole Vosseler einige Fragen zu ihrem neuen Roman gestellt.

Quelle: www.herzenszeilen.de/interview-zu-die-farbe-der-erinnerung/

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