Den Geheimnissen des Tees auf der Spur

Fünf Jahre hat es gedauert – jetzt haben die Wissenschaftler vom Kunming Institute of Botany in China einen ersten Entwurf für das Genom der Teepflanze Camellia sinensis fertiggestellt: viermal so groß wie das Genom des Kaffees, größer als das Genom der meisten bisher sequenzierten Pflanzen.

Von diesen Forschungsergebnissen erhofft man sich Erkenntnisse darüber, was diese Pflanze so besonders macht – und dadurch die Geheimnisse des Tees auf einer genetischen Basis zu entschlüsseln.

Robert Fortune wäre entzückt.

Researchers Read the Genome in the Tea Leaves

It’s massive – €”four times that of coffee …

Quelle: www.smithsonianmag.com/smart-news/teas-genome-published-first-time-180963113/

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Zum Tag der Erde

Er hatte geglaubt, die Beschaffenheit der Natur zu kennen. Ihre Grundlagen. Ihre Mechanismen.
Die Natur war jedoch kein Uhrwerk aus zwar zusammenhängenden, aber eigentlich voneinander unabhängigen Teilen, das man beliebig auseinandernehmen und wieder zusammensetzen konnte. Ein eigenständiges Wesen war sie. Ein lebendiger, atmender Organismus, eigenwillig und noch voller Rätsel.
Alles hing zusammen und bedingte einander: Himmel und Erde und Berge, Pflanzen und Tiere und Menschen. Untereinander verbunden in einem hauchfein gewobenen, unendlich komplexen Netz, das seinem ganz eigenen Herzschlag, seinen eigenen Atemzügen folgte. Wo auch immer man an diesem Netz zog, es zusammenzurrte oder dehnte, es vielleicht sogar zerriss – es würde weitreichende Folgen haben. Weiter, als des Menschen Verstand und Sicht womöglich ermessen konnte.
Ein Menschenleben würde nicht ausreichen, um dieses Netz zur Gänze zu erforschen und zu verstehen, vielleicht würden auch die Wissbegierde und die Studien vieler Generationen dafür nicht ausreichen.

Der englische Botaniker, Seite 450

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Osterglocken

„Also wachsen sie auch bei euch?“
Er nickte.
„Bei uns werden sie allerdings nicht in Miniaturgröße gezüchtet oder in Form gebracht. Wir belassen sie, wie sie sind. Es ist auch eine andere Art von Narzisse: die Blüte ist größer und meist einfarbig gelb. Im Frühling wachsen sie überall, ganze Felder davon. Felder wie aus Gold.“
Ein Bild voller Poesie.
„Fortune …“
Ein leichtes Heben seiner Brauen verriet, dass er mir zuhörte, während er weiter seine Narzissen pflanzte.
„Wie kann es sein, dass die gleichen Pflanzen an Orten wachsen, die so weit auseinander liegen? In zwei verschiedenen Welten? Die gleichen Pflanzen – und doch nicht in der gleichen Gestalt?“
Fortune hielt inne und dachte nach.
„Ich weiß es nicht“, sagte er schließlich. „Vielleicht hatten diese beiden Arten von Narzissen einen gemeinsamen Vorfahr, vor unendlich vielen Generationen von Ost nach West gebracht oder umgekehrt. Wie die Menschen seit jeher Pflanzen von einem Land in das andere mitgenommen haben, von Kontinent zu Kontinent. Und seither haben sich diese Narzissen verschieden entwickelt. In unterschiedlichem Boden, unterschiedlichem Klima. Vielleicht ist diese Variante aus einer Urform gezüchtet. Wie der Mensch schon immer versucht hat, größere oder süßere Früchte wachsen zu lassen. Schönere Blumen, in bestimmten Farben.“

 
Der englische Botaniker, Seite 165 f

Narzissen gehören zu Ostern wie bunte Eier und Hasen.

Ursprünglich stammen sie aus dem südlichen Europa, vor allem von der iberischen Halbinsel, und von dort haben sie auch den Sprung nach Nordafrika geschafft. Aber auch in China gibt es eine Narzissenart, Narcissus tazetta, vermutlich durch arabische Händler über die Seidenstraße mitgebracht, und dort hat sie auch Robert Fortune gesehen und beschrieben.

Im Vergleich zu den Chrysanthemen oder den Päonien hat die Narzisse in der chinesischen Gartenkunst keine besondere Bedeutung, gilt aber dennoch als Glückssymbol.

Frohe Ostern!

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Stolze Schönheiten: Magnolien

Ihr Weg führte sie durch Felder von Raps, und Fortune fragte sich, ob man diese Berge deshalb die Gelben Berge nannte. An Magnolien vorbei, deren Blüten in Weiß oder Rosa vor der Schroffheit von Fels und Nadelwald fragil und feminin wirkten, im Nebel von einem geheimnisvollen Zauber umgeben.

Der englische Botaniker, Seite 427

Jeden Frühling freue ich mich besonders auf die Magnolien. Auf ihre exquisite Schönheit, ihren fremdartigen Zauber, den betörenden Duft. Und erst wenn die Magnolien blühen, ist es für mich wirklich Frühling.

Rosafarbene Magnolie: steht für das Weibliche, für Freundschaften und Liebe

Ungefähr 210 Arten von Magnolien gibt es auf der Welt. Ursprünglich sind sie im Osten und Südosten Asiens wie auf dem amerikanischen Doppelkontinent beheimatet; heute sind sie, aufgrund ihrer Schönheit begehrt, auf fast allen Kontinenten anzutreffen. Traditionell werden Magnolien mit den Südstaaten Nordamerikas assoziiert; in Mississippi und Louisiana ist die Magnolie die Staatsblume.

Weiße Magnolie: symbolisiert den Mond und die Mondgöttin

Magnolien sind eine uralte Pflanzenart, womöglich eine der ersten blühenden Pflanzen überhaupt. Versteinerte Exemplare von Magnolia acuminata sind auf ein Alter von 20 Millionen Jahren datiert; andere Exemplare, die zweifellos ebenfalls zur Familie der Magnolien gehören, sogar auf ein Alter von 95 Millionen Jahren.
So alt sind die Magnolien, dass sie sogar noch vor den Bienen auf der Erde erschienen. Offenbar haben sich die Blüten der Magnolien eigens dafür entwickelt, von Käfern bestäubt zu werden; deshalb ist das Fruchtblatt der Magnolie besonders robust.

Purpurfarbene Magnolie: seit der römischen Antike mit dem Adel und der Aristokratie assoziiert

Der Bauplan der Magnolie hat sich in all der Zeit kaum verändert: Die Magnolie, die wir heute kennen, ähnelt den Magnolien, die in grauer Vorzeit blühten, und manche können ein ganzes Jahrhundert lang blühen. Das macht die Magnolie zu einem Symbol nicht nur der Grazie, sondern auch der Beständigkeit – selbst durch Millionen von Jahren hindurch.

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Tränendes Herz

Vor gut einer Stunde bin ich zum Seerhein, um ein paar Bilder vom Sonnenuntergang mit aufziehendem Gewitter zu machen – und auf dem Rückweg habe ich in einem Garten ein Tränendes Herz entdeckt: eine der Blumen, die «mein» Botaniker Robert Fortune in China entdeckt und uns mitgebracht hat.

Und im Roman ist das Tränende Herz eines der stärksten Blumensymbole innerhalb der Geschichte.
Perfekter Glücksmoment!

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Blumen und Tee: Die Floral Tea Story von Marina Malinovaya

Mein Botaniker ist (unter anderem) eine Geschichte darüber, wie viele der Blumen, die heute unsere Gärten bereichern, von Robert Fortune in China entdeckt und in die westliche Welt gebracht wurden. Und eine Geschichte darüber, wie er auch das eifersüchtig gehütete Geheimnis des grünen Goldes, des chinesischen Tees, lüftete und ihn außer Landes schmuggelte. Deshalb habe ich das Manuskript lange Zeit meinen Blumen-und-Tee-Roman genannt.

Was mir heute wieder in den Sinn kam, als ich die Floral Tea Story von Marina Malinovaya auf der Seite von My Modern Met entdeckte.
Bilder, die Blüten und Blätter mit Teetassen zu Stillleben arrangieren und Blütenduft quasi sichtbar machen.

Toppled Teacups Overflow with Dried Leaves and Delicate Flowers

In her enchanting Floral Tea Story series, Marina Malinovaya arranges flowers and leaves in a whimsical way to create a unique collection of teacup flowers.

Quelle: mymodernmet.com/marina-malinovaya-floral-tea-story/

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Buchpremiere

In der wunderschönen Buchhandlung Homburger & Hepp am Konstanzer Münster feiern wir am Mittwoch, 17. Mai, ab 19.30 Uhr meinen neuen Roman mit der allerersten Lesung aus dem «Botaniker».
Weitere Lesungstermine sind in Vorbereitung.

Lesung mit Nicole Vosseler | Buchhandlung Homburger & Hepp KG

Buchhandlung Homburger & Hepp KG

Quelle: www.homburger-hepp.de/lesung-mit-nicole-vosseler

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Goldenes Feuerwerk: Forsythien

Bei uns blühen sie gerade überall: Forsythien, diese Feuerwerke in Gold, die sogar an grauen Tagen weithin leuchten. Manchmal auch Goldflieder oder Goldglöckchen genannt, ist die Forsythie nach William Forsyth (1737–1804) benannt, einem schottischen Botaniker und Gründungsmitglied der Royal Horticultural Society .

Der botanische Name Forsythia x intermedia verrät, dass es sich bei den Forsythien in unseren Gärten um eine Hybride handelt, eine Kreuzung von Forsythia suspensa und Forsythia viridissima – und letztere hat Robert Fortune in China entdeckt und mit nach Europa gebracht.

In der Floriographie, der Sprache der Blumen, bedeutet die Forsythie übrigens Vorfreude, passend zu einer der ersten Frühlingsblüten.

Und umso passender, dass es nur noch knapp sechs Wochen sind, bis mein «Botaniker» in die Welt hinauszieht …

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Pastellfarben und ein Monarchfalter

Die letzten Wochen waren anstrengend: die Arbeit am neuen Roman, bergeweise Papierkram und E-Mails und jede Menge kleine und große Herausforderungen des Alltags. Unterm Strich zu viel Arbeit, zu wenig Zeit für mich.
Also habe ich mir heute den Nachmittag einfach mal frei genommen und bin mit der Kamera auf die Mainau hinausgefahren, um durchzuatmen und den Kopf frei zu bekommen, ein bisschen Sonne zu tanken (trotz Wolken und einem Hauch von Nebel) und mich an den ersten Frühlingsblüten zu freuen.


Dieser Nachmittag heute war wie ein Mini-Urlaub; ich bin mit neuer Energie und kreativen Impulsen wieder nach Hause gekommen. Wie immer, wenn ich draußen bin, mit meiner Kamera Bilder und Stimmungen einfange.

Und im Schmetterlingshaus bin ich sogar einem Monarchfalter begegnet, der mit mir Verstecken gespielt hat – der Schmetterling, der seit «Mariposa – Bis der Sommer kommt» eine besondere Bedeutung für mich hat.
Habt ein wunderbares Wochenende!

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