Tee, einmal umgekehrt

Rund 170 Jahre, nachdem Robert Fortune den Spuren des Tees in China gefolgt ist, sein Geheimnis lüftete und mit geschmuggelten Setzlingen den Tee von Darjeeling begründete, geht diese Geschichte jetzt auch einmal den umgekehrten Weg.

In Cornwall ist es einem englischen Gärtner gelungen, Camellia sinensis zu kultivieren. Und den Tee daraus exportiert er bis nach … China.

The British gardener who sells tea to China: CrowdScience – BBC World Service

A unique microclimate is helping Britain’s first tea plantation to thrive

Quelle: www.bbc.co.uk/programmes/p056gphk

 

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Cover reveal day!

Ein besonders hübsches Osterei habe ich gerade eben schon entdeckt: die Ankündigung meines neuen Romans.
Die Farben der Erinnerung erscheint am 18. Dezember bei Goldmann.

Die Farben der Erinnerung

Als Kind verlor Gemma ihre Eltern bei einem Brand – ein tragisches Unglück, das sie auch als Erwachsene noch verfolgt. Ihr zurückgezogenes Leben in New York gerät jäh aus dem Gleichgewicht, als sie anonyme Post erhält: einen Umschlag mit Zeilen eines viktorianischen Gedichts und einem antiken Schmuckstück. Mit Hilfe des charismatischen Oxford-Professors …

Quelle: www.randomhouse.de/Taschenbuch/Die-Farben-der-Erinnerung/Nicole-C.-Vosseler/Goldmann-TB/e485893.rhd

 

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Himmelsdrachen

Von Zeit zu Zeit hege ich die eine oder andere kleine Obsession, die fast immer mit einem neuen Roman von mir zu tun hat.
Im Augenblick bin ich davon besessen, den Himmel nach Wolken abzusuchen, die einem Drachen ähneln. Und immer wieder habe ich dabei Glück – so wie Freitagabend am Seerhein.

Himmelsdrache

Viele Kulturen der Welt kennen den Drachen als mythologisches Wesen. In Europa ist der Drache fast immer ein furchterregendes, feuerspeiendes Ungeheuer.
Selten werden Drachen in unserem Kulturraum so niedlich dargestellt wie Grisu, der kleine Drache, der einfach kein Feuer spucken will, sondern davon träumt, Feuerwehrmann zu werden; als Kind habe ich die Serie geliebt. Weitaus häufiger gleichen sie Katla in Astrid Lindgrens «Die Brüder Löwenherz», die mir früher furchtbare Angst machte und monatelange Alpträume bescherte.
Und trotzdem liebe ich die Drachen von Daenerys Targaryen; ich warte sehnsüchtig auf den nächsten Band vom «Lied von Eis und Feuer» und zähle schon die Wochen bis zur 7. Staffel «Game of Thrones».

Einen weitaus größeren Bezug hatte ich jedoch immer zu den Drachen der chinesischen Mythologie: das Symbol des Kaisers und der Macht. Die Gottheit des Regens, die Harmonie und Wohlstand bringt; Herrscher über das Wetter, über Wasserfälle, Flüsse und Meere – ein Geschöpf des Himmels, der Luft und des Wassers.
Ein Glücksbringer.

Chinesische Handelskammer, Singapur

Während der Arbeit am «Botaniker» grub ich dann das kleine historische Detail aus, dass der Drache ursprünglich weiblich gewesen war. Genauso wie das Wasser in Flüssen und Seen und im Meer, genauso wie der Regen.

Bis ein Kaiser von China den Drachen und alles, was mit ihm zu tun hat, einfach männlich machte, damit er zu den Mythen passte, die er um sich selbst spann.

Eine historische Überlieferung, die so gut zu Lian, meiner schwertkämpfenden Heldin passte, dass ich ihr an einer Stelle des Romans diesen Gedanken mitgab.

Drachen und Meereswellen, Porzellan. Qing-Dynastie, Qianlong-Periode (1736-1795). Metropolitan Museum of Art, New York

Der Himmelsdrache am Freitag hat sich wirklich als Herrscher über das Wetter gezeigt, als Geschöpf der Luft und des Wassers, uns Wind und Regen gebracht.

Und wenn ihr das nächste Mal Wolken am Himmel seht, findet ihr darin vielleicht auch einen Drachen. Dieses Symbol männlicher Macht, das einmal weiblich gewesen war.
Diesen himmlischen Glücksbringer.

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Ein Leben wie ein Rausch: Richard Francis Burton

Meine Faszination für Richard Francis Burton reicht weit zurück: ins Jahr 1990, zum Film «Land der Schwarzen Sonne» (im Original «Mountains of the Moon»).
Ich war hingerissen von Patrick Bergin als Burton, von seiner Energie und Leidenschaftlichkeit. Von diesem abenteuerlichen, außergewöhnlichen, rastlosen Leben, in jeder denkbaren Hinsicht bis zum Maximum ausgekostet.
Ich hing am Haken.

Ich las und las über Burton nach, und je mehr ich las, desto mehr sehnte ich mich danach, eines Tages einen Roman über ihn zu schreiben.

Fünfzehn Jahre später tat ich es, mit «Unter dem Safranmond». Obwohl ich in diesem Roman nur ein paar Einblicke in Burtons Leben, seine Reisen, seinen Charakter geben konnte; es hätte noch so viel mehr zu zeigen, zu erzählen gegeben.
Hier sind fünf erstaunliche Fakten über Richard Francis Burton, von Interesting Literature zusammengetragen.

Five Fascinating Facts about Sir Richard Burton

Interesting trivia about the Victorian explorer
1. Sir Richard Burton was a Victorian explorer, translator, author, spy, diplomat, poet, soldier, cartographer … the list goes on.

Quelle: interestingliterature.com/2016/11/04/five-fascinating-facts-about-sir-richard-burton/

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Die Meeresmenschen

Als ich mit der Recherche für «Zeit der wilden Orchideen» begann und auf die Orang Laut stieß, die Meeresmenschen des alten Singapur, hing ich sofort am Haken. Die Vorstellung von Nomaden zur See, die die Gewässer des Indonesischen Archipels abwechselnd als Fischer, Händler Piraten und Krieger bevölkerten, faszinierte mich, und ich war neugierig auf ihre Kultur, ihren Glauben, ihre Lebensart.

Allerdings gaben die Orang Laut Singapurs diese ihre Lebensart bald nach der Ankunft der Briten auf, und als die ersten Europäer sich von einem wissenschaftlich-anthropologischen Standpunkt aus für die Orang Laut zu interessieren begannen, gab es nicht mehr viel zu studieren.

Doch es gibt sie noch, die Nomaden zur See, auf den Meeren dieser Welt. Die Schilderungen der Orang Laut im Roman basieren auf Reportagen und Studien neueren Datums, die einen Einblick in diese erstaunliche und bedrohte Welt geben.

Last of the Sea Nomads

By James Morgan // Marine nomads, the Bajau Laut, have lived in the waters of the Coral Triangle for centuries but their way of life and their uniquely intimate relationship with the ocean is being destroyed.

Quelle: maptia.com/jamesmorgan/stories/last-of-the-sea-nomads

 

Wie das Meer Singapur im Lauf seiner Geschichte beeinflusst und geformt hat, bestimmt es nicht nur die Lebensweise der Seenomaden, sondern auch ihre Wahrnehmung – wie in diesem Artikel über das außergewöhnliche Sehvermögen ihrer Kinder geschildert.

The €˜’sea-nomad’€™ children who see like dolphins

Unlike most people, the children of a Thailand tribe see with total clarity beneath the waves -€“ how do they do it, and might their talent be learned?

Quelle: www.bbc.com/future/story/20160229-the-sea-nomad-children-who-see-like-dolphins

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Serie: Die Schönheit der Pflanzen

Keine vier Monate mehr, bis Der englische Botaniker in die Läden kommt. Deshalb beginnt heute auf dem Blog eine Serie zu diesem Buch und seiner Thematik.

In den kommenden Monaten wird es hier in unregelmäßigen Abständen Beiträge zu diesem Roman und seiner Welt geben: historische Hintergründe und Schauplätze, Impressionen und Inspirationen – und nicht zuletzt Ausflüge in die magische Welt der Pflanzen.

Den Anfang macht ein Bildband, den ich kürzlich im Netz entdeckt habe: Plant: Exploring the Botanical World (Phaidon, 2016).

Seit Tausenden von Jahren dokumentieren Menschen die Schönheit der Pflanzenwelt, auf immer neue, immer andere Art – und schufen dadurch Kunst. Einen Querschnitt dieses Schaffens verschiedener Zeiten, verschiedener Kulturen zeigt dieser Band.

A celebration of botanical art throughout history -€“ in pictures

A new book Plant: Exploring The Botanical World celebrates the beauty and diversity of plants from around the world across all media – from murals in ancient Greece to a Napoleonic-era rose print and cutting-edge scans (…)

Quelle: www.theguardian.com/environment/gallery/2016/oct/10/a-celebration-of-botanical-art-throughout-history-in-pictures

 

Leider ist er erst erschienen, als alle Arbeiten an meinem Botaniker bereits abgeschlossen waren – denn botanische Illustrationen waren mir in der Zeit, die ich mit diesem Projekt verbrachte, eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration.

Und die Buddha’s Hand Fruit, auf Deutsch auch Fingerzitrone genannt, die in der Bildstrecke des Guardian abgebildet ist, kommt sogar im Roman vor.

Zitronatzitrone -€“ Wikipedia

Frucht der Zitronatzitrone

Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Zitronatzitrone

 

Von einer ganz eigenen Magie: der Trailer von Phaidon zum Buch.

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Faszinierende Farben

Als ich damals für den Roman Der Himmel über Darjeeling recherchierte, stieß ich auf Bilder von Havelis – die großartigen Villen reicher Händler in Rajasthan. Ich war bezaubert von ihren Farben, ihrer Pracht, und ihre märchenhafte Atmosphäre prägte meine Vision der Welt von Mohan Tajid, der von Winston und Sitara und von Ians Vergangenheit.

Eine Faszination, die sofort wieder auflebte, als ich diese Bildstrecke über Havelis neulich auf BBC Travel entdeckte.

The abandoned mansions of billionaires

While most of Shekhawati’s havelis have crumbled and remain abandoned, a small window into the world of these painted mansions is being preserved. (…)

Quelle: www.bbc.com/travel/story/20160311-a-crumbling-birthplace-of-billionaires

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Wo die Geschichte beginnt

Gibt es für einen Büchermenschen etwas Schöneres als zuzusehen, wie Tausende von Büchern zurück in ihre Regale wandern?
Leider war der Rose Main Reading Room wegen Renovierung geschlossen, als ich im Oktober 2015 in New York war.

Dort bin ich übrigens gerade mit meinem neuen Roman – die New York Public Library ist der Ausgangspunkt einer Spurensuche, die sich über zwei Kontinente und mehrere Jahrhunderte hinweg erstreckt und in den nächsten Monaten an meinem Schreibtisch stattfinden wird.

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